Vor 13 Monaten begann mein Bundesfreiwilligendienst bei der Jungen Presse e.V. und ich wusste schon an meinem ersten Arbeitstag, dass diese BFD-Stelle etwas Besonderes ist. In meiner Vorstellung war mein erster Arbeitstag an einem Montag gefüllt mit Pauken von Fakten über den Verein und das Erlernen der wichtigen Aufgaben im Büro. Doch in Wirklichkeit war es war ein Samstag im August und die Junge Presse hatte einen Stand auf dem CSD in Essen, auf welchem wir unseren Verein präsentieren durften. Ich weiß noch wie viele Menschen auf unseren Stand zugekommen sind und gefragt haben, was wir tun und wer wir sind. Und jede:r von unserem Stand hat mit so einer Freude und Motivation von seiner Arbeit gesprochen, dass ich gespürt habe was diesen Verein im innersten ausmacht. In einer ruhigen Minute sprach mich ein Mann an und fragte, was meine Aufgabe als BFDlerin hier wäre. Und ohne lange zu grübeln, fing ich an zu erzählen:
Die Junge Presse ist ein ehrenamtlicher Verein für junge Medienschaffende. Wir unterstützen Jugendliche und junge Erwachsene bei ihrem Einstieg in die Medienwelt, wie in unseren zwei Redaktionen (youthmag und ecomag) und bieten Seminare zum Einstieg oder der Fortbildung in unterschiedliche journalistische Bereiche an. Wir stellen den Jugendpresseausweis aus, laden Beiträge auf unsere Social Media-Kanäle und produzieren eigene Podcastfolgen für Mitglieder und Interessierte.
Auch wenn meine Arbeit sich in diesen Sätzen kurz zusammenfassen lässt, war sie in Wirklichkeit viel tiefergehend, als es zuerst scheint. Z.B. gehörte neben dem Klassiker Jugendpresseausweise auszustellen und neue Mitglieder in unseren Verein aufzunehmen auch der E-Mail- oder Telefon-Austausch bei Fragen und Anliegen dazu sowie die Postkarten, die wir von Mitgliedern regelmäßig an Feiertagen zugeschickt bekommen haben. Neben dem Organisieren von spannenden Seminaren, die wir selbst mitmachen und besuchen durften, war die Planung des Ganzen, der Kontakt zu den Referenten und das Anlegen der Events in unseren digitalen Systemen ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Hinter Ausflügen, wie bspw. in das BVB-Stadion mit anschließendem Gespräch mit dem Pressesprecher oder dem Seminar zum journalistischen Schreiben steckten teilweise monatelange Vorbereitungen und Vorfreude auf neue Personen, die zuvor noch keine unserer Seminare besucht hatten. Und manchmal war in einem Reel auf Instagram mehrere Stunden Arbeit für eine gute Idee und einen sauberen Schnitt, aber auch ein paar Kommentare, die unsere Arbeit als Ehrenamtliche wertschätzen.
Was mich in diesem BFD am meisten begeistert hat, war die Selbstständigkeit, die einem gegeben wurde und die Unterstützung, die hinter jedem unserer Projekte präsent war. Viele Projekte aus dem Jahr 24/25 sind aus den Interessen und Ideen der BFDler:innen entstanden und umgesetzt worden. Dabei bleiben mir vor allem die Interviews mit ehemaligen Ehrenamtlichen und Journalisten im Medienbereich, der schon erwähnte Stadionbesuch sowie die Besuche in das Radiostudio von radioessen und dem Fernsehstudiobesuch beim WDR in Köln noch lange im Gedächtnis. Jede Idee, die wir umsetzen wollten, wurde gehört und jedes auftretende Problem besprochen und gemeinsam eine Lösung gefunden. Dieses Vertrauen des Vorstands schätzen wir alle sehr, denn er hat uns geholfen an unseren Projekten zu wachsen und nicht nur Grundlagenwissen aufzubauen, sondern auch viele schöne Erinnerungen zu schaffen!
Allerdings stellte ich schnell fest, dass sich diese Selbstständigkeit nicht so leicht von Beginn an umsetzten ließ. Denn als Herausforderung war für mich der erste Monat, in welchem man alle Programme und Abläufe kennenlernt und der Strom an Informationen einen schnell überfordern kann. Doch mit der Zeit verinnerlicht man die Routinen und die neuen Details nehmen von Tag zu Tag ab. Und die schon genannte Unterstützung ist natürlich auch hier gegeben 🙂
Auf die Frage, ob ich den BFD weiterempfehlen würde, kann ich mit voller Überzeugung „Ja“ antworten. Genauso divers wie es mein erster Arbeitstag war, waren es auch alle folgenden 395 Tage meines BFDs, wodurch ich viele schöne Erinnerungen und ein großes journalistisch-grundlegendes Wissen mitnehmen darf. Wenn du also ein Mensch bist, der sich für Medien und Journalismus interessiert, gerne eigene Ideen und Interessen in Form von Projekten für andere umsetzen und ein Jahr voller Erfahrung sammeln möchte, bist du bei der Jungen Presse genau richtig!